Aktien Frankfurt: Schnäppchenjäger hieven Dax zurück über 12 000 Punkte

Friday, 12. June 2020 12:02

Dem Dax ist am Freitag die Rückeroberung der runden Marke von 12 000 Punkten bislang gelungen. Er gewann gegen Mittag 1,29 Prozent auf 12 124,34 Punkte und schüttelte damit seine Verluste aus dem frühen Handel ab, als er nach seinem Vortagesrutsch unter 12 000 Punkte zunächst weiter in Richtung 11 800 Punkte gesunken war. "Es scheinen nun etliche Schnäppchenjäger im Markt zu sein, die die Kursschwäche für Zukäufe nutzen", sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank.

Auslöser des Kurseinbruchs am Vortag war eine düstere Wirtschaftsprognose der US-Notenbank Fed. Hinzu kam die Furcht vor einer zweiten Corona-Welle, nachdem es in südlichen Staaten der USA zuletzt wieder einen Anstieg der Infektionen gegeben hatte. Die Börsen in New York hatten am Vortag hohe Verluste erlitten.

In Erwartung einer V-förmigen Erholung der Wirtschaft, also einer besonders schnellen und steilen Erholung nach einem zuvor ebenso schnellen und rasanten Einbruch, hatten Anleger den Dax bis zum vergangenen Montag bis auf 12 913 Punkte getrieben. Nun aber deutet sich auf Wochensicht ein kräftiger Abschlag von 5,6 Prozent an. Am Markt werde die V-förmige Erholung der Wirtschaft inzwischen wieder angezweifelt, hieß es von der Landesbank Baden-Württemberg.

Die jüngste Kurskorrektur im Dax sei aber noch kein Negativ-Signal gewesen, sondern eher normal, kommentierte der Charttechnik-Experte Andreas Büchler von Index Radar. "Ein paar Punkte mehr Minus müssen Anleger aber vermutlich noch aushalten können."

Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte legte ähnlich wie der Dax am Freitag um 1,28 Prozent auf 25 841,28 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 1,7 Prozent.

Im Dax setzten sich die hohen Schwankungen der Lufthansa-Aktien auch am Freitag fort. Sie gewannen unter den besten Werten im Leitindex gut fünfeinhalb Prozent, hatten seit Wochenmitte aber auch wieder mehr als 20 Prozent eingebüßt. Die Anteile des Triebwerkherstellers MTU verteuerten sich in prozentual ähnlicher Größenordnung, einer frischen Verkaufsempfehlung von Warburg Research zum Trotz.

Defensive Werte wurden eher gemieden. Die Papiere des Dialyseanbieters Fresenius Medical Care (FMC) waren mit einem Minus von 1,2 Prozent das Schlusslicht im Dax und rutschten erstmals seit April wieder klar unter die charttechnisch als wichtig erachtete 21-Tage-Linie für den kurzfristigen Trend.

Thyssenkrupp machten an der MDax-Spitze mit plus 9,7 Prozent ihren hohen Vortagesverlust wett. Shop Apotheke , die zu den Corona-Krisengewinnern zählen, wurden von der Deutschen Bank auf die "Top 8"-Liste der kleineren- bis mittelgroßen Werte gesetzt. Für die Papiere ging es zwar um gut zwei Prozent bergab, allerdings hatten sie am Vortag als einer der wenigen Gewinner am deutschen Aktienmarkt mehr als dreieinhalb Prozent gewonnen./ajx/mis

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

 ISIN  DE0008469008  EU0009658145  DE0008467416

AXC0141 2020-06-12/12:02

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