Aktien Zürich Schluss: Dritter Verlusttag in Folge - Beirut belastet Swiss Re

Donnerstag, 06. August 2020 18:39

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag zum dritten Mal in Folge nachgegeben. Die Gewinne des sehr starken Wochenauftakts sind damit zum Großteil abgeschmolzen. Am Berichtstag ging es für den SMI nach einem etwas festeren Start längere Zeit vor allem nach unten. Erst nach der Veröffentlichung von US-Konjunkturzahlen am Nachmittag entfernte sich der Leitindex dann wieder etwas von den Tiefstständen bei knapp über 10 000. In den USA haben in der vergangenen Woche weniger Menschen einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt als befürchtet.

Allgemein blieb die Stimmung von Vorsicht geprägt. Für Verunsicherung sorgten etwa die weiter ausbleibenden Fortschritte bei den Verhandlungen über ein neues Hilfspaket zur Bekämpfung der Corona-Krise in den USA, auch wenn es zuletzt Gerüchte um eine Annäherung gab. Die Risikoaversion der Investoren zeigte sich auch am anhaltenden Höhenflug des Goldpreises, der erneut auf einen neuen Höchststand geklettert ist.

Der Blue Chips Indikator SMI beendete die Sitzung mit einem Minus von 0,31 Prozent auf 10 067,13 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Werte enthalten sind, gab 0,24 Prozent auf 1537,19 Punkte nach und der breite SPI 0,22 Prozent auf 12 488,41 Punkte. Von den 30 SLI-Werten gaben 18 nach, elf legten zu und einer (Logitech) veränderte sich nicht.

Größte Verlierer der Blue Chips waren am Schluss Swisscom (minus 1,6 Prozent) und Swiss Re (minus 1,3 Prozent). Während es für Swisscom keinen spezifischen Grund für die Verluste gab, belasteten bei Swiss Re vor allem die schwachen Quartalsberichte der Konkurrenten Munich Re und Axa . Dazu kam die Katastrophe von Beirut. Der Finanzchef der Münchener Rück etwa geht davon aus, dass diese für die Versicherung ein Grossschaden werde. "Wenn das für Münchener Rück gilt, könnte das wohl auch Swiss Re belasten", sagte ein Händler. Swiss Life (minus 0,7 Prozent) und Zurich (minus 0,4 Prozent) gaben im Sog von Swiss Re ebenfalls nach, allerdings etwas moderater.

Abgaben verzeichneten nach volatilem Verlauf auch Vifor (minus 0,5 Prozent). Bei den Halbjahreszahlen zeigten sich die Analysten enttäuscht vom Umsatz und vom Reingewinn sowie von der zurückgenommenen Prognose für das Gesamtjahr. Lob kam dagegen für die strikte Kostenkontrolle und das stärker als erwartet ausgefallene operative Ergebnis.

Im Fokus standen auch Adecco (plus 0,5 Prozent). Der Arbeitsvermittler hatte am Morgen überraschend solide Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt. Entgegen den Erwartungen konnte ein Abgleiten in die Verlustzone vermieden werden. Nach einem furiosen Start der Aktie fokussierten Anleger vermehrt auf den als etwas vage bezeichneten Ausblick, so dass das Papier vorübergehend in den negativen Bereich abrutschte. Am Nachmittag halfen die Daten zum US-Arbeitsmarkt.

Daneben gaben noch Clariant (minus 0,8 Prozent), Swatch (minus 0,7 Prozent) oder Givaudan (minus 0,7 Prozent) etwas deutlicher nach. Von den Schwergewichten gingen Nestlé (minus 0,4 Prozent) in etwa mit dem Markt, während Novartis (plus 0,1 Prozent) leicht besser abschnitten und Roche (minus 0,7 Prozent) etwa schlechter.

Auf der Gewinnerseite schwangen AMS (plus 1,9 Prozent) vorn, gefolgt von Kühne+Nagel (plus 1,4 Prozent) und mit etwas Abstand Julius Bär (plus 0,5 Prozent)./cf/uh/AWP/fba

 ISIN  CH0009980894

AXC0322 2020-08-06/18:39

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dpa-AFX
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