Wiener Börse 2 - Sehr schwache internationale Stimmung / Unzählige Belastungs- und Unsicherheitsfaktoren an den Finanzmärkten laut Analysten

Thursday, 29. September 2022 17:51

Die Wiener Börse hat sich am Donnerstag mit sehr starken Abschlägen aus dem Handel verabschiedet. Der ATX schwächte sich um satte 1,84 Prozent auf 2.647,43 Einheiten ab. Auch mit den europäischen Leitbörsen ging es tief in den Minusbereich.

Die Analysten der Helaba verwiesen auf unzählige Belastungs- und Unsicherheitsfaktoren an den Finanzmärkten. "Sorgen vor einer weiteren Eskalation der Lage in der Ukraine, hohe Energiekosten und Inflationsraten, steigende Zinsen und Lieferkettenprobleme auch infolge der Pandemie und ebenso sich eintrübende wirtschaftliche Erwartungen sind zu nennen und trüben in der Summe die Perspektiven an den Aktienbörsen", formulierten die Experten.

Zusätzlich Verkaufsdruck übte am Berichtstag eine erneut sehr schwache Stimmung an der Wall Street auch in Europa aus. Zudem ist die Inflation in der führenden europäischen Volkswirtschaft, Deutschland, auf den höchsten Stand seit etwa 70 Jahren gesprungen. Angetrieben von steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen legten die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,0 Prozent zu. Diese jüngsten Daten bestärkten erneut die Sorgen der Anleger vor weiter deutlich steigenden Leitzinsen, welche die Wirtschaft belasten werden.

Am heimischen Markt gestaltete sich die Meldungslage auf Unternehmensebene sehr dünn. Stark unter Verkaufsdruck stand die Lenzing-Aktie mit einem Kursabschlag von 7,7 Prozent. Im Technologiebereich rasselte die AT&S-Aktie um 4,2 Prozent nach unten. Die Papiere des Automobilzulieferers Polytec bremsten um 4,1 Prozent und die Titel des Cateringunternehmens Do&Co gaben vier Prozent nach.

Unter den Schwergewichten standen die Aktien vom Verbund und von voestalpine merklich unter Verkaufsdruck. Die Papiere des Stromversorgers büßten 4,1 Prozent an Kurswert ein. voest-Titel kamen um weitere 3,8 Prozent zurück. Die Aktien des Stahlkonzerns hatten bereits am Vortag nach einer Branchenstudie von JPMorgan rund vier Prozent nachgegeben. Die Analysten der Bank haben ihre Empfehlung "underweight" für die voest-Aktie bestätigt und das Kursziel gekürzt.

Klar verbilligt zeigten sich auch die Aktien der schwergewichteten Banken. Die Aktionäre der Erste Group mussten ein Minus von 1,2 Prozent verbuchen. Raiffeisen Bank International ermäßigten sich um 2,5 Prozent. BAWAG fielen um 2,3 Prozent.

Bei dünnen Handelsumsätzen konnten sich Frequentis gegen den Abwärtssog stemmen. Die Aktien des Technologieunternehmens steigerten sich um 4,2 Prozent.

ste/sto

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