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Monday, 12. April 2021 08:55

Solider Jahresauftakt auf dem deutschen Hotelinvestmentmarkt -

Off-Market Aktivitäten nehmen zu - Anstieg von Investments durch

Privatinvestoren und Family Offices

Frankfurt (ots) - Der deutsche Hotelinvestmentmarkt* konnte im ersten Quartal

2021 mit einem Transaktionsvolumen von knapp 500 Mio. Euro bei 14 Transaktionen

das beste Transaktionsergebnis der vergangenen drei Quartale erzielen. Im

direkten Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres, noch nicht von

Corona beeinträchtigt und das Ergebnis gepusht vor allem durch die Übernahme der

TLG durch Aroundtown, sind die Einbußen mit einem Minus von 50 Prozent aber

beträchtlich. Auch der Fünf- und Zehnjahresschnitt sind zweistellig (39 % bzw.

11 %) unterschritten.

"Nach wie vor ist die Situation des operativen Hotelgeschäfts prekär. Der

anhaltende Lockdown sorgt für eine dramatisch rückläufige Zimmerauslastung sowie

für einen ebenso starken Rückgang beim Ertrag pro Zimmer. Insofern ist das

aktuelle Transaktionsvolumen durchaus recht solide. Sicherlich hängt das

Ergebnis mit Überhängen zusammen, Transaktionen also, die in den letzten Wochen

des Vorjahres nicht mehr abgeschlossen worden waren und nun zum Jahresanfang

durchgezogen wurden. Das sorgte für ein Plus von fast 70 Prozent gegenüber dem

vierten und in der Regel stärksten Quartal", so Heidi Schmidtke , Managing

Director der JLL Hotels & Hospitality Group. Schmidtke weiter: "Die Gespräche

mit Investoren zeigen, dass es dem Hotelmarkt nicht an Interesse oder Kapital

mangelt, sondern - natürlich von den derzeitigen Rahmenbedingungen verstärkt -

eine Preisfindung zwischen Käufer und Verkäufer weiterhin schwierig bleibt. Um

jeden Preis will keiner verkaufen. Es zeichnet sich bisweilen außerdem eine

erhöhte Off-Market Aktivität ab, die es Eigentümern ermöglicht, die Stimmung zu

testen, ohne die gesamte Aufmerksamkeit des Marktes und den Eindruck einer

Distressed Situation zu erwecken. In einigen Fällen bietet sich dadurch ein

durchaus attraktives Produkt für die Käufer, oftmals auch mit Entwicklungs- bzw.

Umwandlungspotenzial. Damit könnten sich die Preisvorstellungen beider Parteien

treffen."

In den ersten drei Monaten 2021 wurden insgesamt 11 Einzeltransaktionen mit

einem Volumen von 295 Mio. Euro verzeichnet, entsprechend einem Rückgang von 29

Prozent gegenüber dem Vorjahr (Q1 2020: 22 mit 414 Mio. Euro). Mit knapp 27 Mio.

Euro lag die durchschnittliche Transaktionsgröße 43 Prozent über dem

Vorjahresniveau (Q1 2020: 19 Mio. Euro). Mit 25 Prozent des Gesamtvolumens

entfiel erneut ein auffällig großer Anteil auf Hotels als Teil einer gemischt

genutzten Immobilie.

In Portfoliotransaktionen , erstmals im vierten Quartal 2020 ausgeblieben,

flossen zwischen Januar und Ende März in drei Transaktionen knapp über 200 Mio.

Euro (Q1 2020: 5 mit 571 Mio. Euro). Sie machten somit 41 Prozent des

Gesamtvolumens aus. Die durchschnittliche Transaktionsgröße sank im Vergleich

zum Vorjahr deutlich auf 67 Mio. Euro (Q1 2020: 114 Mio. Euro).

Im ersten Quartal zeichnete sich ein Anstieg des Investmentvolumens durch

Privatinvestoren und Family Offices ab. Mit 224 Mio. Euro (3 Transaktionen) und

einem Anteil am Gesamttransaktionsvolumen von 45 Prozent investierten sie im

Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich mehr (Q1 2020: 89 Mio. Euro, Anteil 9

%). Sie avancierten damit zur aktuell stärksten Investorengruppe. "Die Zunahme

hängt u.a. damit zusammen, dass Privatinvestoren in großen und besonders

kompetitiven Prozessen historisch weniger zum Zuge kommen konnten. Dies hat sich

gerade auch im Hinblick auf den aktuell steigenden Anteil an Off-Market

Aktivitäten verändert", erklärt Heidi Schmidtke .

Institutionelle Anleger kamen auf einen Anteil von 39 Prozent (6 Transaktionen),

entsprechend knapp 200 Mio. Euro.

In Zeiten eingeschränkter internationaler Mobilität entfiel auf deutsches

Kapital fast alles: 13 von 14 Transaktionen, damit 85 Prozent des

Investitionsvolumens, gingen auf das Konto inländischer Anleger, nur bei einer

Transaktion war ein ausländischer Investor beteiligt.

Heidi Schmidtke abschließend: "Die erwartete große Welle notleidender Hotels

bleibt bislang weiterhin aus. Viele Objekte mit starken Pächtern und Garantien

kommen voraussichtlich vorerst nicht an den Markt, da die meisten Fonds erstens

unter dem Buchwert kaum einen Verkauf erwägen und zweitens, es zudem an

alternativen Investmentmöglichkeiten mangelt. Dort wo Betreiber auf Kurz oder

Lang auf der Kippe stehen, analysiert man betreiberfreie Exit Szenarien, die je

nach Standort durchaus großes Interesse von alternativen Betreibern hervorrufen

können. In nicht weiter für Hotels tauglichen Lagen können zudem auch andere

Nutzungen attraktiv werden, um langfristig den Cash Flow zu sichern. Während

also operativ bedingt die Stress-Situationen auf Betreiberseite zunehmen, bieten

sich auf Eigentümerseite zumindest vorerst ausreichend Alternativen, die einen

Verkauf umgehen lassen. Allerdings tut sich auch auf Betreiberseite einiges.

Während sich einige Hotelgruppen schon in der Vergangenheit kapitalstarke

Partner gesucht haben, wird darüber zukünftig auch bei anderen Betreibern

nachgedacht. Dieses erste Quartal war zusätzlich geprägt

von erhöhter Konsolidierungsaktivität, die zeigt, dass einige der kapitalstarken

Player, sei es Whitbread, HR Group oder Activum, bereits aktiv sind. Diese

Entwicklung vermittelt eine gewisse Marktstabilität und wird der Erholung des

Hotelinvestmentmarktes kurz- und mittelfristig zugutekommen.

Klar ist: Es wird Opportunitäten geben. Während konservative institutionelle

Investoren weiterhin verstärkt auf Core Assets in Top-Lagen setzen, sondieren

auch opportunistische Investoren weiter den Markt und hoffen auf attraktive

Einstiegsmöglichkeiten. Wann und in welchem Ausmaß diese verfügbar werden, hängt

von der Entwicklung der Pandemie, dem Impffortschritt und vielen weiteren

Folgefaktoren ab. Der Hotelmarkt ist angezählt, aber nicht gefallen, wir haben

noch neun Runden vor uns, ein harter Kampf für viele, Chancen für andere, am

Ende wird sich die Hotelimmobilie als Anlageklasse als resilient erwiesen

haben."

*Die Hotels & Hospitality Group von JLL, Germany, berücksichtigt

Einzeltransaktionen mit einem Investitionsvolumen von mindestens 5 Mio. Euro

sowie Portfoliotransaktionen mit Objekten ausschließlich in Deutschland. Ebenso

enthalten sind deutsche Hotels, die als Teil von grenzüberschreitenden

Portfolioverkäufen veräußert werden.

Pressekontakt:

Dorothea Koch, Tel. +49 (0)69 2003 1007, mailto:dorothea.koch@eu.jll.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/62984/4886159

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AXC0077 2021-04-12/08:55

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