OMV Bilanz 2007: Internationaler Wachstumskurs bringt 5. Rekordergebnis in Folge

Tuesday, 26. February 2008 08:36
Die OMV Aktiengesellschaft, Mitteleuropas führender Öl- und
Erdgaskonzern, erzielte im Geschäftsjahr 2007 das beste Ergebnis der
Unternehmensgeschichte: Der Umsatz des OMV Konzerns stieg um 6% auf
EUR 20,04 Mrd, der Betriebserfolg (EBIT) erreichte EUR 2,18 Mrd und
lag 6% über jenem des Vergleichzeitraumes des Vorjahres. Der
EBIT-Beitrag der Petrom belief sich auf EUR 581 Mio. Der
Periodenüberschuss nach Minderheiten stieg um 14% auf EUR 1,58 Mrd.
Der Cashflow stieg um 2% auf EUR 2,07 Mrd. Die Gearing Ratio beträgt
23,7%.
OMV Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer: "Das gute Ergebnis des
abgelaufenen Geschäftsjahres stellt erneut die Wachstumsdynamik
unseres integrierten Öl- und Gaskonzerns unter Beweis. Wir sind
geografisch, strategisch und finanziell bestens aufgestellt um unsere
Strategie für 2010 konsequent weiterzuverfolgen. Die OMV ist überdies
gut positioniert, um sich im verschärfenden Wettbewerb in
Mitteleuropa weiter erfolgreich durchsetzen zu können.
Wir nutzen diese Position, um zusätzlich zu unserer organischen
Wachstumsstrategie eine aktive Rolle im Konsolidierungsprozess der
Region zu spielen. DieAufstockung unseres MOL Anteils ist in diesem
Zusammenhang zu sehen. Wir sind überzeugt, dass die Umsetzung unseres
Vorschlags für eine Kombination mit der MOL hohe Synergien und
langfristige Wertsteigerungen für die Aktionäre beider Unternehmen
sichern würde. Dieses gemeinsame europäische Unternehmen würde die
Versorgungssicherheit der Region maßgeblich stärken."
Im Berichtszeitraum Jänner bis Dezember 2007 lagen die
Gesamtinvestitionen inklusive des MOL Aktienkaufs bei EUR 4,12 Mrd
(EUR 1,32 Mrd entfielen auf die Anteilserhöhung von 10% auf 20,2%)
deutlich über jenen des Vergleichzeitraumes 2006 (2006: EUR 2,52
Mrd). Davon flossen EUR 1,36 Mrd in den E&P-Bereich, vor allem in die
Feldesentwicklungen in Rumänien, Kasachstan, Österreich,
Großbritannien und Neuseeland. EUR 1,28 Mrd wurden im Bereich R&M
investiert. Diese beinhalten Investitionen in die Petrochemie in
Burghausen und Schwechat sowie Qualitätsverbesserungsprojekte. Die
Beteiligung an Petrol Ofisi wurde auf 39,58% per Ende Dezember 2007
erhöht. Im Bereich Erdgas wurden EUR 155 Mio investiert,
hauptsächlich in den Ausbau der West-Austria-Gasleitung (WAG).
Im Vergleich zum vierten Quartal 2006 ist der Umsatz 2007 um 11%
auf rund EUR 5,73 Mrd, das EBIT um 25% auf EUR 492 Mio gestiegen. Der
Periodenüberschuss nach Minderheiten stieg um 8% auf EUR 318 Mio. Mit
Ende Dezember 2007 waren 33.665 Mitarbeiter beim OMV Konzern (inkl.
Petrom) beschäftigt.
OMV Ergebnis 2007:

in EUR Mio Quartalsvergleich Jahresvergleich 4.Q 2007 4.Q Veränd. 2007 2006 Veränd. 2006 in % in % EBIT 492 394 +25 2.184 2.061 +6 EBIT bereinigt 688 561 +23 2.377 2.257 +5 EGT 514 444 +16 2.412 2.156 +12 Periodenüberschuss nach Minderheiten 318 295 +8 1.579 1.383 +14 Umsatz 1) 5.728 5.156 +11 20.042 18.970 +6 Cashflow 498 295 +69 2.066 2.027 +2 Ergebnis je Aktie in EUR 1,07 0,99 +8 5,29 4,64 +14 Mitarbeiter- Innen 2) 33.665 40.993 - 33.665 40.993 -

1)Umsatz ohne Mineralölsteuer
2)Petrom MitarbeiterInnen: 28.233
Raffinerien und Marketing inkl. Petrochemie: Ausbau der Nr. 1
Position in Mitteleuropa

in EUR Mio 2007 2006 Veränd. in % Umsatz 16.312 17.253 - 5 EBIT 84 121 - 30 davon Petrochemie 63 128 - 51 EBIT bereinigt 224 219 + 3

Operative Kennzahlen 2007 2006 Veränd. in % Raffinerieeinsatz in Mio t 23,22 25,12 - 8 Raffinerie-Auslastungsgrad gesamt in % 85 92 - 8 Raffinerie-Verkaufsmengen gesamt in Mio t 21,42 22,97 - 7 Verkaufsvolumen Marketing in Mio t 17,09 18,53 - 8

Der Geschäftsbereich setzte weiterhin auf qualitatives Wachstum im
Tankstellengeschäft, das 2.538 Stationen umfasst. Der 20% Marktanteil
in Mitteleuropa reflektiert die klare Nummer 1 Position in diesem
Raum. Mit der Neupositionierung der VIVA-Shops als Genusswelt stärkt
der Konzern seine Marktführerschaft bei Qualität und Service. Bis
2010 wird bis zu jede zweite Tankstelle in Mitteleuropa nach dem
neuen kundenfreundlichen Konzept ausgestattet sein. Die Neueinführung
von OMV BIXXOL soll das OMV Absatzvolumen bei Schmierstoffen kräftig
steigern. Hier werden auch die Schmierstoffkapazitäten der türkischen
Petrol Ofisi genutzt.
Mit dem Ausbau des Geschäftssegments "Commercial Road Transport"
errichtet die OMV in Mitteleuropa ein neues Tankstellennetz, das
speziell auf die Bedürfnisse von Transportunternehmen zugeschnitten
ist. Die erste Tankstelle wurde im März 2007 eröffnet. Außerdem wurde
gemeinsam mit der Abu Dhabi Oil Refining Company, Takreer, und der
finnischen Neste Oil eine Absichtserklärung für die Errichtung einer
Anlage zur Herstellung von schwefelfreiem Basisöl in Abu Dhabi
unterzeichnet.
Der R&M-Bereichsumsatz fiel vor allem wegen der
Raffineriestillstände. Im zweiten Quartal 2007: 22 Tage in Schwechat
aufgrund der Reparatur der Rohöldestillationsanlage, 11 Tagestand
ein Kompressor im Steam-Cracker in Burghausen still und Arpechim
hatte einen geplanten 6-wöchigen Stillstand. Im vierten Quartal 2007:
Ein 6-wöchiger Wartungsstillstand der gesamten Anlage in Burghausen
mit einer darauf folgenden 3-wöchigen Anlaufphase sowie ein
Wartungsstillstand in Petrobrazi. Eine um 5% niedrigere Nachfrage
nach Heizöl beeinflusste ebenso den Umsatz.
Die Raffineriestillstände, das schwächere Petrochemie-Ergebnis, der
hohe Rohölpreis -der aufgrund des hohen Eigenenergiebedarfs vor
allem das Petrom Ergebnis schwächte -und der höhere
Nettosonderaufwand drückten das EBIT 30% unter 2006. Das EBIT vor
Sondereffekten war jedoch etwas höher.
Trotz in Summe höherer Raffineriemargen ging das
Raffinerieergebnis zurück, vor allem auf Grund der Stillstände, die
zu niedrigeren Mengen führten. Niedrigere Preise als in Rotterdam für
Produkte wie Heizöl, vor allem in Deutschland aber auch in
Österreich, waren eine weitere Belastung. Obwohl das Raffinerie EBIT
in der Petrom negativ war, verbesserte es sich doch auf Grund von
Reduktionen des Eigenenergieverbrauchs, einer verbesserten
Produktenausbeute (mit einem höheren Dieselanteil) und positiver
Lagereffekte. Auf Grund der Stillstände in Q2/07 und Q4/07 sowie
geplant niedrigeren Exporten (mit niedrigen Margen) bei Petrom, fiel
die Kapazitätsauslastung auf 85%. Die gesamten
Raffinerieverkaufsmengen sanken um 7%.
Das Petrochemie-Ergebnis West (ohne Petrom) war deutlich schwächer
und reflektierte vor allem niedrigere Petrochemiemengen und geringere
Margen.
Das Marketing EBIT vor Sondereffekten konnte verglichen zum
Ergebnis 2006 deutlich verbessert werden. Restrukturierungserfolge
sind bei Petrom nun sichtbar, der Durchsatz pro Tankstelle stieg von
2,4 Mio Liter auf 3,2 Mio Liter, was sogar über dem für 2010
angepeilten Ziel von 3 Mio Litern liegt. Während die
Tankstellenmargen leicht über 2006 lagen, war dies bei den Margen im
Kundengeschäft nicht der Fall. Das Non-Oil-Geschäft lieferte,
unterstützt vom Roll-out des neuen VIVA-Shop-Konzepts, einen
signifikanten Beitrag. Niedrigere Mengen im Kundengeschäft konnten
durch höhere Tankstellenmengen nicht kompensiert werden, was in Summe
zu einem 8%igen Rückgang der Marketingmengen führte.
Exploration und Produktion: Internationales Portfolio weiter
ausgebaut

in EUR Mio 2007 2006 Veränd. in % Umsatz 4.247 3.968 + 7 EBIT 1.933 1.908 + 1 EBIT bereinigt 1.978 1.974 0

Operative Kennzahlen 2007 2006 Veränd. in % Gesamtproduktion in Mio boe 117,2 118,4 - 1 Gesamtproduktion in boe/dm 321.000 324.000 - 1 Rohöl- und NGL-Produktion in Mio bbl 59,8 61,6 - 3 Erdgasproduktion in Mio boe 57,4 56,8 + 1 Durchschnittlicher realisierter Rohölpreis in USD/bbl 66,27 58,07 + 14

Im Geschäftsjahr 2007 baute der Bereich seine Position in den
Kernregionen mit dem Erwerb neuer Lizenzen weiter aus. Offshore
Explorationslizenzen wurden in Norwegen, Großbritannien, Irland,
Ägypten, Australien und Neuseeland erworben. In Großbritannien wurde
ein Ölfund erfolgreich getestet. In Rumänien zeigten die
Restrukturierungsmaßnahmen positive Ergebnisse, wobei Funde getätigt
und der Produktionsabfall bei Öl gestoppt wurden.
In Libyen tätigte die OMV zwei Ölfunde im Explorationsblock NC200
in der südlichen Sahara. In Pakistan baute der Konzern seine Position
weiter aus. Im Gasfeld Sawan konnte die Verkaufsmenge durch
zusätzliche Bohrungen und Anlagenoptimierung um mehr als 15%
gesteigert werden. Mit den erfolgreichen Bohrungen Latif-1 nahe dem
Sawan Gasfeld und Tajjal-1 im Block Gambat stieß das Unternehmen
erneut auf Gas.
In Österreich werden bis 2009 EUR 120 Mio in die Erneuerung der
Produktionsanlagen im Wiener Becken investiert. Ziel ist die
langfristige Sicherung der Öl- und Erdgasproduktion in diesem Gebiet.
Mit der International Petroleum Investment Company (IPIC) wurde eine
Absichtserklärung unterzeichnet, um gemeinsame Upstream-Projekte im
Mittleren Osten, Nordafrika und der Kaspischen Region zu verfolgen.
In der Region Kurdistan im Irak erwarb die OMV zwei
Explorationslizenzen. Mit Libyens NOC unterzeichnete die OMV eine
Absichtserklärung für die Neuentwicklung großer Ölfelder. Mit den
geplanten Investitionen soll die Ölproduktion aus diesen
Vertragsgebieten substanziell erhöht und für die nächsten Jahrzehnte
gesichert werden.
Mit dem slowakischen Öl- und Gasunternehmen NAFTA a.s.
unterzeichnete die OMV Verträge mit der Zielsetzung, den slowakischen
Teil des Wiener Beckens gemeinsam zu explorieren.
Der Bereichsumsatz stieg vor allem durch höhere Verkaufsmengen. Der
Rohölpreis Brent stieg im Vergleich zu 2006 um 11%, in EUR hingegen
betrug der Anstieg lediglich 2%. Der durchschnittlich erzielte
Rohölpreis des Konzerns stieg um 14% auf USD 66,27/bbl. Der
durchschnittlich im Konzern erzielte Gaspreis in EUR stieg um 15% und
spiegelt den Gaspreisanstieg in Rumänien wider. Das EBIT konnte auf
ähnlichem Niveau wie im Vorjahr gehalten werden. Der geringere
Beitrag von Petrom in Folge niedrigerer Mengen und negativer
Wechselkursentwicklungen wurde durch höhere Preise sowie höhere
Produktionsmengen vor allem in Neuseeland und Libyen kompensiert.
Sondereffekte entstanden in 2007 durch die Rückgängigmachung der
außerplanmäßigen Abschreibung des Feldes Sinelnikovskoe in
Kasachstan, den Verkauf des Feldes Cherugi in Tunesien, die
Abschreibung des Suilven Feldes in Großbritannien, Maßnahmen zur
Personalrestrukturierung in Österreich und Rumänien, die Auflösung
einer Rückstellung für eine Düngemittelanlage der Petrom sowie einer
Rückstellung für Prozessrisiken.
Die OPEX (Produktionskosten exkl. Lizenzgebühren) in USD/boe
stiegen im Vergleich zu 2006 um 18%. Die OPEX von Petrom erhöhten
sich, hauptsächlich auf Grund des Wechselkurseinflusses und der
niedrigeren Produktionsmenge, um 23%.
Die Explorationsausgaben lagen um 65% höher als in 2006, vor allem
durch die Steigerung der Aktivitäten von Petrom (Rumänien und
Russland), sowie in Norwegen, Großbritannien, Australien und
Neuseeland.
Die Gesamtproduktion von Erdöl, NGL und Erdgas sank leicht um 1%.
Die Erdöl- und NGL-Produktion lag durch den Verkauf der Assets in
Ekuador in Q4/06, die Vertragsänderung in Venezuela in Q2/06 sowie
Mindermengen in Rumänien um 3% unter 2006. Die Erdgasproduktion stieg
um 1%. Die Gasproduktionsmengen von Petrom wurden durch die vom
milden Winter in Q1/07 beeinflusste niedrigere Nachfrage, durch
Schwierigkeiten in der Produktion und durch hohen Leitungsdruck in
Folge saisonalbedingt niedrigerer Gasabsatzmengen in den
Sommermonaten belastet.
Per 31. Dezember 2007 betrugen die sicheren Öl- und Gasreserven
1.216 Mio boe (davon Petrom: 894 Mio boe), die sicheren und
wahrscheinlichen Öl- und Gasreserven beliefen sich auf 2.036 Mio boe
(davon Petrom: 1.435 Mio boe). Aufgrund der
3-Jahres-Durchschnittsberechnung der Reserven fiel per Ende 2007 die
Erstbuchung der Petrom (Ende 2004) heraus, wodurch die weltweite
Reservenersatzrate auf 46% (2006: 406%) sank.
Erdgas: Internationales Wachstum vorangetrieben

in EUR Mio 2007 2006 Veränd. in % Umsatz 3.096 2.071 + 50 EBIT 244 135 + 81 EBIT bereinigt 250 135 + 85

Operative Kennzahlen 2007 2006 Veränd. in % Verkaufsmengen Erdgas in Mrd m3 13,07 14,11 - 7 Durchschnittlich verkaufte Speicherkapazität m3/h 771.286 672.400 +15 Verkaufte Gastransit-Kapazität in Mrd m3 52,00 46,90 + 11

Im Mai 2007 unterzeichneten die OMV und Gazprom eine
Absichtserklärung zur weiteren Zusammenarbeit im Erdgasbereich. Damit
bekundeten beide Unternehmen ihr Interesse, beim Central European Gas
Hub (nicht zu verwechseln mit dem physischen Erdgasknoten Baumgarten,
der zu 100% im Besitz der OMV bleibt) und bei zukünftigen
Erdgasspeicherprojekten enger zu kooperieren. Am 25. Jänner 2008
wurde die 50% Beteiligung der Gazprom am Trading Hub finalisiert.
Dadurch soll sich der CEGH als wichtigster Trading Gashub
Kontinentaleuropas etablieren. Das gemeinsame Ziel ist die Erhöhung
der Versorgungssicherheit Europas.
Mit Konsortialpartnern gründete die OMV die Gesellschaft Adria LNG
d.o.o. zum Bau eines LNG-Regasifizierungsterminals auf der
kroatischen Insel Krk. Der neue Regasifizierungsterminal wird
anfänglich eine Kapazität von rund 10 Mrd m" pro Jahr erreichen.
Weiters erwarb der Konzern eine 5%-Beteiligung am geplanten Liquefied
Natural Gas (LNG) Terminal in Rotterdam.
Das EBIT des Bereichs Erdgas erhöhte sich vor allem auf Grund der
Vollkonsolidierung von EconGas und der hervorragenden Performance des
Logistikgeschäfts aber auch dank besserer Ergebnisse von Petrom um
81%.
Das EBIT des Marketing und Tradinggeschäfts stieg durch die
Konsolidierung von EconGas sowie verbesserter Ergebnisse von Petrom
um 106%. Gegen den Markttrend in Rumänien stiegen bei Petrom die
Verkaufsmengen im Vergleich zu 2006 auf Grund der Flexibilität,
Kraftwerke auch kurzfristig beliefern zu können.
Die gesamten Marketing- und Tradingmengen wurden durch die
Umgestaltung der russischen Lieferverträge sowie das generell
schwächere Gasumfeld in Österreich negativ beeinflusst. Der relativ
warme Winter in Q1/07 konnte durch erhöhte Geschäftsaktivitäten von
EconGas auf den internationalen Gasmärkten kompensiert werden, was in
weiterer Folge die Wettbewerbsposition des Marketing und
Tradinggeschäfts gestärkt und eine solide Basis für das kommende Jahr
geschaffen hat.
Das Logistikgeschäft profitierte von höheren Mengen in Transport
und Speicher. Der Verkauf von Transportkapazitäten erhöhte sich vor
allem auf Grund der erhöhten Kapazität durch die Inbetriebnahme des
TAG Loop II Ende 2006 und der Inbetriebnahme einer Erweiterung der
WAG in Q4/07, sowie der optimierten Vermarktung der
Transportkapazität anderer Gasleitungen. Weiters verbesserte sich das
Transportgeschäft auf Grundeiniger kurzfristiger, Verträge in
Q3/07. Eine deutliche Ergebnisverbesserung konnte im Speichergeschäft
erzielt werden, da als Folgeerscheinung des kalten Winters 2005/06
hohe Kapazitäten für 2007 gebucht wurden. Daher lag die
durchschnittlich verkaufte Speichermenge und Kapazität über dem
Vorjahrsniveau.
Ausblick 2008
Die OMV wird weiterhin konsequent die Umsetzung der 2010 Strategie
vorantreiben. Darüber hinaus werden die Schwerpunkte 2008
konzernweite Kosteneinsparungsprogramme sowie weiterführende
Restrukturierungs- und Modernisierungsprogramme von Petrom sein. Nach
den ersten sichtbaren Erfolgen des E&P-Modernisierungsprogramms in
der Petrom werden für das Jahr 2008 in Rumänien steigende
Produktionsmengen erwartet. In den Petrom Raffinerien werden zwar
schrittweise Verbesserungen auf Grund von laufenden
Restrukturierungsinvestitionen erwartet, größere
Ergebnisverbesserungen sind jedoch erst nach Abschluss der
Großinvestitionen ab 2011 möglich.
Es wird erwartet, dass die wichtigsten Marktparameter wie
Erdölpreis, Raffineriemargen und USD-Wechselkurs in 2008 weiterhin
sehr hohe Volatilität aufweisen. Der Rohölpreis und der
Preisunterschied zwischen den Urals- und Brent-Rohölnotierungen 2008
sollten bei starken kurzfristigen Schwankungen auf dem Niveau des
Vorjahrs liegen. Die USD/EUR-Rate wird auf dem Niveau von 2007
bleiben, während eine Abschwächung des RON gegenüber dem EUR und dem
USD angenommen wird. Die Raffineriemargen werden 2008 etwas unter dem
Niveau des Vorjahrs gesehen.
Im R&M Bereich ist für 2008 der Abschluss der Restrukturierung des
Bayernoil Raffinerieverbunds geplant: Dabei wird der
Raffineriestandort Neustadt im Sommer für rund einen Monat abgestellt
und im Q3/08 der Standort Ingolstadt stillgelegt, wodurch sich die
Raffineriekapazität von Bayernoil von 12 Mio Tonnen auf 10,5 Mio
Tonnen (davon 45% OMV Anteil) reduzieren wird. Die Effizienz des
Bayernoil Raffinerieverbunds wird mit der Installation des neuen
Hydro-Crackers, der eine Erhöhung des Anteils schweren Rohöls am
Einsatzmix sowie des Mittel-Destillat-Anteils am Produktenausstoß
ermöglicht, gesteigert.
In Schwechat können mit der Fertigstellung der
Thermal-Gasoil-Anlage Ende 2008 vermehrt schwere Rohöle eingesetzt
werden. Weiters wird die Absenkung des Schwefelgehalts für Heizöl
extra leicht auf 10 ppm in Schwechat ermöglicht. Dem gleichen Zweck
dient der Umbau der Entschwefelungsanlage in Burghausen. Um den
Petrochemiestandort Burghausen langfristig zu stärken wird der Bau
der Ethylen Pipeline Süd in Süddeutschland fortgeführt. Im Marketing
wird eine knapp über dem Vorjahrsniveau liegende Margensituation
erwartet. Vor allem in den osteuropäischen EU-Ländern ist auch mit
einer weiterhin steigenden Nachfrage zu rechnen. Dadurch und auf
Grund der kontinuierlichen Qualitätssteigerung des Tankstellennetzes
sollten die Absatzmengen sowie der Non-Oil-Beitrag im
Marketingbereich leicht ansteigen.
Nach leichten Produktionsrückgängen 2007 werden steigende
E&P-Mengen erwartet. Der Fokus wird vor allem auf den
Feldentwicklungen in Neuseeland (Maari), Kasachstan (Komsomolskoe),
im Jemen (Habban), Österreich (Strasshof und Ebenthal) sowie Libyen
(jüngste Funde) liegen. Die Modernisierung der Förderanlagen in
Rumänien wird fortgesetzt, ebenso die Verbesserung der
Produktionsprozesse. Die höheren Öl- und Gasmengen werden im
Wesentlichen von Produktionsstarts in Neuseeland und Kasachstan im
zweiten Halbjahr 2008 sowie von den Produktionssteigerungen im Jemen
und in Rumänien resultieren. Eine der Kerninitiativen wird die
Integration der kürzlich akquirierten Ölservice-Aktivitäten von
Petromservice sein. Petrom ist so nun in der Lage die Modernisierung
dieser Aktivitäten zur Steigerung der Qualität und Effizienz der
Produktion sowie die Reduktion der Produktionskosten direkt zu
steuern. Die teils durch den Ölpreis getriebenen
Kosteninflationstendenzen der Ölindustrie werden auch in 2008
anhalten. Die Modernisierungsprogramme bei Petrom, die konzernweiten
Kostensenkungsinitiativen sowie die steigenden Produktionsmengen
sollen die Produktionskosten je Fass positiv beeinflussen.
Im Geschäftsbereich Erdgas wird 2008 die Internationalisierung
konsequent weiter umgesetzt. Der Fokus wird auf der Ausweitung der
Handelsaktivitäten an internationalen Handelsplätzen sowie auf dem
Endkundengeschäft liegen. Der Eintritt in neue Handelsmärkte
innerhalb des europäischen Wachstumsgürtels wird evaluiert. Diese
Entwicklung wird unterstützt durch die lokale Präsenz von EconGas in
Österreich, Deutschland, Italien und Ungarn sowie durch das Wachstum
des Gasgeschäfts von Petrom in Rumänien. Um die Versorgungssicherheit
zu stärken und die Wachstumsstrategie zu unterstützen, wird die
Diversifizierung der Gasversorgung auf Basis internationaler
Logistik- und LNG-Projekte vorangetrieben.
Im Geschäftsfeld Logistik wird die Bedeutung Österreichs als eine der
zentralen Drehscheiben in Europa durch den Ausbau der
Transitleitungen, das rasante Wachstum des Central European Gashub
(CEGH) und die geplanten Speicherprojekte weiter gestärkt. Die
Bedeutung dieser Drehscheibe wird durch das Projekt Nabucco - eines
der zentralen europäischen Infrastrukturprojekte - nochmals
gesteigert. Diese Pipeline verfolgt das Ziel, eine zusätzliche
Erdgasversorgung Europas durch den Anschluss an den Kaspischen Raum
und den Mittleren Osten sicherzustellen. Die Bewilligung der
Ausnahmeregelung um die bei den nationalen Regulierungsbehörden und
bei der Europäischen Kommission angesucht wurde so diese zu den vom
Konsortium geforderten Bedingungen erfolgt -sowie der Open Season
Prozess und daraus resultierende erste Transportverträge werden die
Basis der endgültigen Investitionsentscheidung darstellen. Weiters
wird die Fertigstellung der Machbarkeitsstudien für das Adria
LNG-Projekt erwartet.
Gaskraftwerke sind einer der wesentlichen Wachstumstreiber für die
Erdgasnachfrage in Europa. Die OMV geht davon aus, dass zusätzliche
Wertsteigerung durch eine Ausweitung der Wertschöpfungskette im
Geschäftsfeld Gas-Downstream ermöglicht wird. In diesem Zusammenhang
werden Kraftwerksprojekte in Verbindung mit den Raffinerien in
Rumänien und Deutschland fortgeführt bzw. evaluiert. Der Baubeginn
des Gaskraftwerks Petrobrazi in Rumänien markiert einen
diesbezüglichen Meilenstein im Jahr 2008. Im Zuge der verstärkten
Power-Aktivitäten wird der Geschäftsbereich Erdgas in Gas und Power
(G&P) umbenannt.
Auf Grund der herausfordernden und ambitionierten Wachstumsziele,
der fortgesetzten Modernisierung der Petrom Aktivitäten und des
steigenden Kostenniveaus in der Ölindustrie plant die OMV
durchschnittliche Investitionen von rund EUR 3 Mrd pro Jahr bis 2010.
Alle Investitionsentscheidungen basieren auf wertorientierten
Kennzahlen. Dies ist eine Voraussetzung zur Erreichung eines ROACE
Ziels von 13% über einen Geschäftszyklus mit durchschnittlichen
Marktindikatoren zu erreichen.
OMV, als bedeutendster Anteilseigner von MOL, ist daran
interessiert, dass MOL’s Aktionäre wieder die Möglichkeit erhalten,
über die Zukunft des Unternehmens selbst zu entscheiden. Aus diesem
Grund beabsichtigt OMV bei der Hauptversammlung von MOL am 24. April
2008 verschiedene Anträge zur Beschlussfassung vorzulegen. Diese
Anträge verfolgen das Ziel, die Transparenz bezüglich der Handlungen
des MOL Vorstands zu erhöhen sowie die Einhaltung international
gültiger Corporate Governance Standards sicherzustellen. Die Anträge
sind auf der letzen Seite dieses Berichts zusammenfassend dargestellt
und im Detail auf der OMVHomepage www.omv.com/Investor_Relations
abrufbar.
Weitere Informationen:
OMV wird Anträge zur Beschlussfassung bei der MOL Hauptversammlung
2008 vorlegen
OMV ist nach wie vor über die Maßnahmen beunruhigt, die der MOL
Vorstand in den vergangenen acht Monaten entgegen die Interessen
seiner Aktionäre getroffen hat. Am 20. Dezember 2007 kündigte MOL an,
einen 7%igen Anteil am Unternehmen zu einem effektiven Preis von HUF
18.540 1) je Aktie an CEZ zu verkaufen. Dies stellt nur die letzte
einer Serie von Handlungen dar, die nicht nur wertvernichtend
erscheinen, sondern auch gegen grundlegende Regeln der guten
Corporate Governance verstoßen. Einige von MOLs Handlungen hatten das
Ziel, dem Vorstand die Kontrolle über das Unternehmen auf Kosten der
Aktionäre zu übertragen. In Anbetracht der Bereitschaft des MOL
Vorstands, solche Handlungen durchzuführen, wird einmal mehr die
Notwendigkeit unterstrichen, dass die Einhaltung wesentlicher
Grundsätze guter Corporate Governance durch den Unternehmensvorstand
sichergestellt werden müssen.
OMV, als bedeutendster Anteilseigner von MOL, ist daran
interessiert, dass MOLs Aktionäre wieder die Möglichkeit erlangen,
über die Zukunft des Unternehmens selbst zu entscheiden. Aus diesem
Grund beabsichtigt OMV bei der Hauptversammlung von MOL am 24. April
2008 verschiedene Anträge zur Beschlussfassung vorzulegen. Diese
Anträge, wie nachfolgend zusammengefasst, verfolgen das Ziel, die
Transparenz bezüglich der unternommenen Transaktionen und getroffenen
Vereinbarungen des MOL Vorstands zu erhöhen sowie die Einhaltung
international gültiger Standards guter Corporate Governance
sicherzustellen.

1. Aufforderung der MOL Aktionäre, dass der Vorstand die Vereinbarungen über "quasi-eigene" Aktien mit BNP Paribas SA, OTP Bank Plc, MFB Invest Zrt., Magnolia Fi-nance Ltd und CEZ MH BV innerhalb von sechs Monaten nach der Hauptversammlung aufkündigt, und dass diese vollumfänglich als eigene Aktien gemäß dem ungarischen Unternehmensgesetz zu behandeln sind, insbesondere im Hinblick auf die Berücksichtigung des Stimmrechtsverbots sowie den Verlust auf Dividendenanspruch.

2. Ernennung eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers zur Revision der Vereinbarungen über "quasi-eigene" Aktien, die vom MOL Vorstand eingegangen wurden.

3. Zeitnahe Veröffentlichung detaillierter Abstimmungsberichte der Hauptversammlung 2008, um allen MOL Aktionären präzise Information über die Identität der Aktionäre, deren Stimmrechte sowie Stimmverhalten bei der Hauptversammlung zu geben.

Weitere Informationen zu den Tagesordnungspunkten und Anträgen
können unter www.omv.com/Investor_Relations abgerufen werden.
Durch die Einreichung dieser Anträge verleiht OMV ihrer
Missbilligung der jüngsten Handlungen des MOL Vorstands Nachdruck.
Zudem ersucht OMV den MOL Vorstand, den Aktionären die eingebrachten
Anträge leicht zugänglich und zeitnah zur Verfügung zu stellen und
sie über diese abstimmen zu lassen.
1) CEZ hat die Zahlung von ca. EUR 560 Mio für insgesamt 7,68 Mio
Aktien von MOL bekannt gegeben. Dies entspricht einem Preis pro Aktie
in Höhe von ca. HUF 18.540 (Quelle: CEZ Pressekonferenz vom 20.
Dezember 2007; der Aktienkurs basiert auf einem Wechselkurs von
HUF/EUR 254,3 am Tag der Veröffentlichung.)
Rückfragehinweis:

OMV Presse: Bettina Gneisz Tel.: 0043 1 40 440 21660 E-Mail: bettina.gneisz@omv.com Thomas Huemer Tel.: 0043 1 40 440 21660 E-Mail: thomas.huemer@omv.com

Investoren/Analysten: Ana-Barbara Kuncic Tel.: 0043 1 40 440 21600 E-Mail: investor.relations@omv.com

Internet: http://www.omv.com

Financial Dynamics London Charles Armitstead Tel.: +44 207 269 7275

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
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